Wende- oder gefütterte Jacke „Knuffel“

Man kann aus die Wickeljacke „Knuffel“ auch ganz easy eine Wende- oder eine gefütterte Jacke nähen. Diese ist auch perfekt um aus Webware genäht zu werden.
Man kann sogar, wenn man „Knuffel“ ein Stückchen verlängert und ein warmes Futter aussucht, eine Winterjacke draus machen!

Erstens ist es wichtig zu überlegen ob die Jacke länger werden soll oder evtl sogar kürzer (als Wendebolero???). Dann ob die Jacke den normalen oder die schmälere Variante bekommt. Dann ist es noch wichtig zu bedenken dass der Schnitt eigentlich mit Bündchen gedacht ist, daher fehlt, wenn man den Schnitt so nimmt wie er am Schnittmuster gezeichnet ist, 1 cm rundherum. Nach Belieben kann man die weglassen, dann bekommt die Wendejacke einen größeren Ausschnitt und ist automatisch 1 cm kürzer. Oder man zeichnet selber hier 1 cm hinzu. (Der Schnitt ist ohne Nahtzugabe, die sollte immer noch hinzugefügt werden!)
Bei den Ärmel sind im Originalschnittmuster Bündchen von 4 cm vorgesehen. Diese 4 cm fehlen jetzt im Schnitt der Ärmel, diese müssen also unbedingt verlängert werden.

Zum verlängern wird das Schnittmuster bei der dafür vorgesehene Linie auseinander geschnitten und entweder auf Papier gelegt und mit 4 cm abstand angeklebt, oder direkt mit 4 cm Abstand auf dem Stoff gesteckt.
Da die Linien nicht mehr genau aufeinander treffen müssen die selber gleichmäßig verbunden werden. Auf Papier kann man die mit Linial von Achsel bis Armgelenk zeichnen, auf dem Stoff mit Schneiderkreide oder für die die sich trauen frei Schnauze 😉

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Dann wird die Jacke 2x exakt gleich zugeschnitten. Wenn man das Futter als erstes ausschneidet und dieses benutzt um das 2. aus zu schneiden, ist das Futter ein ganz kleines bisschen kleiner, wodurch dieses besser in die Außenjacke passt. Wenn die Jacke zum Wenden gedacht ist und nicht nur gefüttert sein sollte, wird idealerweise exakt gleich groß zugeschnitten.

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Designtipp: Bei eine gefütterte Jacke kann man auch absichtlich das Futter ein Spur größer zuschneiden, dann ist das Futter von Außen sichtbar wie einen Paspel. Dies funktioniert vor allem gut bei elastische Stoffe.
Am schönsten ist es natürlich auch wenn die Schnittteile so zugeschnitten werden, dass bei Stoffe mit Muster, das Muster genau weiter verläuft wenn das Kleidungstück zusammengenäht ist, da muss man beim zuschneiden schon darauf achten:

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Jetzt werden die beide Jacken zusammengenäht wie in der Anleitung. Zuerst jeweils die Schulternäht.

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Dann werden die Ärmel angesteckt und angenäht.

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Danach werden die Bindebänder platziert und zwar bei beide Jacken genau auf der gleichen Seite. Jeweils 2 bei den Markierungen am Vorderteil das vorne sichtbar ist. Das heißt für Mädchen am rechten Vorderteil und für Jungs am linken Vorderteil. Auf das andere Vorderteil (das hintere Vorderteil) werden die Bindebänder an der Seitennaht platziert.
Alle Bänder werden (nur ) am Vorderteil festgesteckt.

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(Beispiel für Mädchen)                                                      (Beispiel für Jungs)

Dann werden sie Ärmel- und Seitennaht in einem Zug zusammengenäht, die Bindebändchen werden mit angenäht.

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Jetzt wird eine Jacke auf rechts gedreht und in die andere Jacke reingesteckt (rechts auf rechts).

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Die ganze Jacke wird rundherum festgesteckt, die Schulternäht, Seitennähte und die Rundungen treffen genau aufeinander. Dann werden die Jacken aneinander genäht, nur an der untere Seite des Rückenteils bleibt eine Wendeöffnung von ca 10 cm offen (bei dickere Stoffe eher mehr, bei dünnere oder elastische darf es auch ein bisschen weniger sein).

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Die Jacke wird nun auf rechts gedreht. Die Ärmel werden ineinander geschoben und die Ärmelnähte treffen dabei genau aufeinander. Diese werden links auf links festgesteckt, nur zur Sicherheit damit sich der Ärmel später nicht dreht.

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Durch die Wendeöffnung werden die Ärmel rausgezogen, die Ärmelnähte werden nun rechts auf rechts umgesteckt und dann mit ein bisschen Geschick wird der Ärmel rechts auf rechts aneinander angesteckt.

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Die Ärmel werden zusammen genäht und danach werden die wieder richtig durch die Jacke durchgesteckt und dann wird die Jacke ein mal richtig gut gebügelt, dass die Nahtzugabe schön flach nach innen liegt.

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Als letztes wird die Wendeöffnung geschlossen, man kann da die Jacke rundum knappkantig absteppen, damit die Wendeöffnung automatisch geschlossen wird oder mit Polster- oder Matratzenstich von Hand zusammennähen.

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Und dann ist die Wendejacke oder die gefütterte Jacke auch schon fertig!!

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Es kann übrigens aus jeder einfache Jacke oder auch Pullover eine Wende- oder gefütterte Jacke genäht werden. Man geht da immer gleich vor.

Auch wenn die Jacke einen Kragen oder Kaputze hat klappt das, dabei wird zuerst der Kragen oder die Kaputze genäht und bevor die Innen- und Außenjacke aneinander genäht werden wird diese dazwischen gesteckt und automatisch mit angenäht.
Auch können die Jacken natürlich mit Verzierungen oder mit Taschen usw. genäht werden.

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