Fotografieren für Probenähen

Das Fotografieren für ein Probenähprojekt und auch das Bild für die Bewerbung für’s Probenähen ist immer ein schwieriges Thema. Ich möchte euch hier jetzt ein paar Ideen, Tipps und Tricks verraten.

Ich fange mal an mit die Bewerbung:

Als erstes ist es wirklich wichtig der Probenäh-Aufruf genau durch zu lesen. Um was geht es? Um welchen Zeitraum? Was wird gebraucht? Was wird gefragt?
Passend dazu sollte natürlich eure Antwort sein.
Auch wichtig ist immer das Charma oder die Sympathie von der Bewerberin. Und von der Sicht des Designers, ein Zwischenmaß zu finden zwischen Anfänger und Profi, sowie dass alle Größen vertreten sind.

Beispiel: „Probenäh-Aufruf!

Antwort: „Hallo, ich bin XX und würde sehr gerne für dich Probenähen. Ich nähe seit ungefähr 5 Jahren und habe schon einiges an Erfahrung gesammelt. Ich nähe hauptsächlich für meine Kinder und manchmal auch für mich. Für die Kinder mag ich sehr gerne Jersey vernähen, für mich eher nicht, da wähle ich meistens Webware.
Ich würde sehr gerne die „Genie“ nähen in Größe 40 und habe dafür genug Stoffe und Zubehör zuhause. Ich bin verschwiegen, habe einen Mann der gerne Fotografiert und  habe total viel Lust dich bei dem Projekt zu unterstützen. Eine Seite habe ich auch, nämlich: http://www.facebook.com/dyfa.und.kids/

Dann zum Bild. Das Bild sollte idealerweise auch passend zum Aufruf sein. Wird eine Kinderhose genäht, sollte man keine Tasche posten sondern ein Kinderhose. Wird ein Damenkleid genäht, sollte man keine Kinderhose posten, sondern ein Damenkleid. Am allerbesten sogar auch noch im passenden Stil und Stoff, aber da das nicht immer möglich ist, ist das zweitrangig. Dann ist es noch wichtig, wenn nur 1 Foto gewollt ist, lieber keine Kollage aus zu suchen, auch wenn man gerne mehr von sein Können zeigen will. Weise dann lieber auf dein Blog oder deine Internet-Seite hin, die wird ganz sicher von der Designerin angesehen. Mehr zu den passenden Bildern liest ihr gleich.

Beispiel:
bild19

Ein Nachteil für euch ist es wenn ihr die gängigste Größe nähen möchte, da gibt es die meisten Bewerbungen. Eine Babygröße 50/56 oder Damengröße 48/50 wird lange nicht so oft angeboten, da der Passform auch in diesen Größen passen sollte hat man da bessere Chancen als bei Kindergröße 92 oder Damengröße 40, da da oft gefühlte 100 Bewerbungen sind.
Ein zweites Nachteil ist, dass es auch Designer gibt die lieber Leute aussuchen die sie schon nähen „gesehen“ haben, ihr gutes Recht natürlich, aber da haben „Neue“ dann oft keine oder weniger Chance.
Ein großes Vorteil macht es wenn ihr eine eigene Seite habt, wo ihr Aktiv seid und viel Werbung machen könnt. Eine hohe Like-Zahl ist natürlich toll, manchmal wichtig, aber nicht zwingend erforderlich. Ein Blogger mit viele Leser und/oder viele Beiträge ist genau so sehr interessant.

Dann geht es um das Bild. Was sollte es zeigen und was sollte es nicht zeigen.

  • Selfies mit dem Handy oder Spiegelfotos sind gar nicht gut!
    Am besten wird man von jemand anderen fotografiert mit eine richtig gute Kamera. Es muss kein Spiegelreflex sein und manche schaffen sogar echt schöne Fotos mit dem Handy, aber das ist wirklich selten.
    Eine gute Kompaktkamera ist völlig in Ordnung.
    Sowie auch Selbstauslöserbilder, nur ist dass sehr viel mehr arbeit als wenn es jemand anderer macht.
    Ich habe es sogar schon mal Bilder genommen die meine damals 4-Jährige Maus gemacht hat, weil ich sonst keine Fotos zum richtigen Zeitpunkt gehabt hätte (mit dem Motto „besser so als gar nichts“):Bild3
  • Sehr wichtig ist, dass das Kleidungstück gut sichtbar ist, also klare Farben und ein scharfes Bild. Natürlich sollte auch das Kleidungstück wirklich gut passen und auch Farblich schön sein, auch Farb- und Stoffkombinationen sind wichtig.
    Also nicht zu klein, nicht zu groß, nicht zu lang, nicht zu kurz und idealerweise auch Farben und Materialien die einem gut stehen.
    Besonderheiten oder Details darf man, oder muss man unbedingt, zeigen. Daher sind auch Fotos von hinten manchmal sehr wichtig.
    Manche Designer mögen auch hauptsächlich Nah-Aufnahmen. Wenn man schon bei einem Probenähen dabei ist, ist es vielleicht auch wichtig mal nach zu fragen wie sie sich die Bilder vorstellen.Bild17
  • Dazu sollte der Hintergrund möglichst ruhig sein. Kein Spielzeug, keine Wäschekörbe, kein wildes Muster (außer es hat ein Grund bzw. hebt das Kleidungstück hervor) und passend zum Kleidungstück bzw. ein Hintergrund die wegfallt oder wo das Gesamtbild passt.
    Sehr schön sind Hintergründe in der Natur, wobei man aufpassen muss, dass es schon ein schönes Naturpanorama ist und keine braune Blätter oder so.
    Oder auch eine weiße oder helle, unauffällige Hintergrund wie z.B. eine Hausmauer.
    Draußen ist es sehr schön wenn der Hintergrund sehr weit ist. Man könnte dann die Kamera komplett (oder sehr weit) einzoomen, dann wird diese leicht unscharf und hebt das Modell und das Kleidungstück hervor. Zu viel Hintergrund sollte es allerdings auch wieder nicht sein, es sollte das Kleidungsstück im Vordergrund stehen.bild5
  • Drinnen geht es auch, da ist es aber schwieriger mit dem Licht. Es sollte wirklich hell genug sein ohne dass es toll Schatten auf Gesicht, Kleidung oder Hintergrund wirft.
    Ein auffälliger oder knalliger Hintergrund kann vertuschen, dass das Licht gelblich ist durch das Kunstlicht, sowie auch Nahaufnahmen.
    Es gibt auch tolle Stoffe die man hinhängen und legen kann als Hintergrund, da eignen sich oft die vom schwedischen Möbelhaus ganz gut.
    Und es gibt sogar fertige Foto-Hintergründe zum kaufen.Bild2
  • Zum Licht sollte man sonst noch sagen, dass es draußen fast immer das beste Licht gibt. So wie immer gibt es ausnahmen. Ganz helles Licht, genau zur Mittagszeit, wo pralle Sonne ist, ist nicht so optimal. Erstens weil man sich schwieriger tut die Farben richtig zu zeigen. Zweitens funktioniert es nicht so gut wenn man gegen das Licht fotografieren, das heißt, dass das Modell in die Sonne schauen muss. Ein entspannter Blick mit offenen Augen ist dann schwierig. Und drittens gibt es bei Seitenlicht sehr viel Schatten.
    Toll sind aufnahmen bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, oder auch bei wenig Sonne oder bewölktem Wetter, sogar bei Regen kann man tolle Bilder machen und manchmal hat man sogar Glück und erwischt einen Regenbogen.*hier zeige ich euch später ein Bild von einem Probenähen was noch nicht abgeschlossen ist, daher meine Verschwiegenheit…. ich darf euch noch nichts zeigen 😉 *
  • Das Layout der Bilder hat auch noch ein paar wichtige Punkte. Fotografisch gesehen ist der goldene Schnitt 3:1 wobei 3 Teile Umgebung und 1 Teil Motiv. Und idealerweise ist das Motiv nicht mittig sondern a-symetrisch platziert.
  • Posen: Am Besten finde ich es immer wenn es natürlich ist. Manchmal muss es allerdings etwas extra’s haben, weil das Kleidungstück es braucht oder weil sonst manche Details nicht auffallen.
    Fein ist es wenn ein Fotograf euch sagen kann wie man sich hinstellen soll und ob man was anderes mal probieren oder wo man darauf auch soll. Beispiele wie: Bauch rein, Hohlkreuz machen, Arm höher etc.
    Fotos wo man sich bewegt sind da oft toll, da man sich dann automatisch natürlicher zeigt. Beim gehen, beim drehen oder wenn man z.B. springt.
    Da ist es für den Fotografen schwieriger ist, genau das richtige Bild zu machen und kostet es oft mehr Zeit, aber die Bilder sind oft sehr schön.
    Auch gibt es hier Designer die es lieber sehr statisch mögen, einfach nur da stehen, Hand auf die Hüfte und lächeln. Auc hier wieder lieber ein Mal kurz nachfragen bevor das Bild nicht ist was gesucht wird.
    Bei Kinderfotos ist es oft noch schwieriger ein sauberes und scharfes Bild zu bekommen, wie sie sich oft zu viel bewegen. Dann ist es gut sie was machen zu lassen was sie gerne tun, tanzen, ein Spiel spielen, Blumen gießen, ….158 - Ada Kleid SO Pattern - 2015
  • Beim Gesichtsausdruck ist es wie beim Posen oder die Haltung wichtig dass es natürlich ist. Verkrampft lachen ist nicht schon. Und wenn man gerne lacht und ein offener und fröhlicher Mensch ist, dann schau lieber nicht neutral/böse/streng oder was weiß ich drin, lache einfach!!
    Auch da kann der Fotograf oft helfen, einfach mal ein Witz erzählen oder sagen „Schau da ein Flugzeug/Vogel/Schmetterling/…“
    Wichtig ist auch noch dass man sich vorbereitet, man schminkt sich (lieber ein bisschen mehr als zu wenig, weil es am Bild nicht so gut sichtbar ist), zieht sich passende Sachen dazu an, Accessoires und Schmuck sind auch wichtig.bild3
  • Und dann gibt es noch das Thema wenn es kein Kleidungstück ist. Es gibt manchmal Sachen wie Taschen, Hüllen oder dekoratives die man nicht anziehen kann. Was macht man dann??
    Fast das gleiche. Man schaut dass es hell genug ist, idealerweise draußen. Man sollte das Stück gut zeigen, also schön platzieren, evtl. mit passenden Deko dazu. Man kann eine Tasche irgendwo aufhängen wo es schön ist und fotografiert es dann einfach so.
    Und manchmal ist es sogar schön wenn es einfach so da liegt oder steht ohne Schnick Schnack, aber auch da sollte man am Besten nachfragen ob das so gewollt ist oder nicht.bild27
  • Und was wenn es kein Modell gibt? Wenn das Baby noch nicht auf der Welt gekommen ist oder wenn es ein Geschenk werden soll?
    OK, da gibt es Designer die das ja nicht wollen, damit kann oder darf man nicht mitmachen…. mir ist das nicht so wichtig. Es kann trotzdem schön sein und gut fotografiert werden.
    Am Besten macht man dann was tolles mit dem Hintergrund. Man hängt das Kleidchen in einem schönen Baum, oder auch einfach vor eine weiße Wand. Was natürlich auch toll ist, wenn du eine Schneiderpuppe hast, die stellst du im Garten hin oder vor einen anderen schönen Hintergrund.180 - Wenderock Dyfa&Kids - 2015
  • Und das letzte was denk ich noch wichtig ist zu erwähnen ist das bearbeiten der Fotos. Weniger ist mehr passt hier sehr gut. Aufhellen ist oft sehr wichtig, dann muss man dann aufpassen, dass das Kontrast noch passt.
    Gerne kann man auch  den Hintergrund Unscharf machen, oder der eine oder andere Schatten verschwinden lassen.
    Viele Designer mögen es nicht wenn viel herum gespielt wird, daher eher nicht zu viel ändern und eher auf das fertige Foto zurückgreifen.
    Wenn gut fotografiert wurde, muss man eigentlich (fast) gar nichts bearbeiten.Bild1

Eigentlich habe ich es schon gesagt, aber hier noch ein paar Bilder, die nicht so ideal sind bzw. echte „No Go’s“ sind.

Keine Sterne, Smiley’s, Balken oder so auf dem Gesicht, keine Köpfe abschneiden. Dann lieber ein Hut nehmen, das Gesicht wegdrehen lassen oder mit den Haaren oder die Sonne spielen (außer die Designerin hat kein Problem damit oder es ist ausdrücklich der Wunsch):

Keine überfüllte und vollgestopfte Hintergründe und keine ich-lege-es-einfach-so-mal-schnell-hin-auf-dem-Boden:

Nicht zu dunkel, keine Selfies, keine Spiegelfotos, keine unscharfe Bilder und wenn die Designerin das nicht mag, keine Kollagen:

187 Jogginghose - Kretschner - 2016 dsc05183

Ich glaube ihr wisst jetzt ziemlich gut um was es geht, was gefragt und gesucht wird und wie ihr schöne Fotos machen könnt. Auch ich habe mit schrecklichen Fotos angefangen, habe absolut keine Ahnung gehabt und habe von Foto zu Foto dazu gelernt. Habe mir ein Programm runtergeladen zum bearbeiten, wo ich am Anfang keine Ahnung gehabt hab. Man kann alles lernen, man muss es nur tun!

Und was sich immer gut macht… wenn auch mal das Genähte nicht perfekt ist, oder die Bilder nicht so geworden sind wie gewünscht… Werbung machen. Im endeffekt möchte die Designerin das E-Book verkaufen, am Besten so viele wie möglich.
Mache alles, was bisher nicht so gut gelungen ist, wieder gut mit Werbung machen.

Ich wünsche euch viel Erfolg!

 

By the way habe ich für euch noch ein paar Beiträge rausgesucht, mit noch mehr Tipps und Tricks und Beispielbilder:
Print4Kids Fototipps
Pixelz Kleidungfotografie
Pipapocoloco
Mamahoch2
Schaumzucker

Und dann bedanke ich mich noch schnell bei Yvonne, Mo, Cecilia, Sonja, TiNi, Carina, Cat und Stefanie, für eure Meinungen und eure Voraussetzungen bei Bewerbungen und Fotos.

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