Einfassband, Schrägband und Paspelband

Einfassband, Schrägband und Paspelband!
Was ist was und wie wird es angewendet!

Gibt es ein Unterschied zwischen Einfassband und Schrägband?

Ja, das gibt es, obwohl viele das nicht wissen.

Einfassband wird Waagrecht bzw. Senkrecht aus den Stoff geschnitten, also mit dem Fadenlauf oder quer zur Fadenlauf. Dies ist oft ein gewebtes und sehr festes Band.
Wobei Schrägband, das Wort verrät es eigentlich schon, schräg zum Fadenlauf zugeschnitten wird. Das heißt also dass das diagonal aus dem Stoff geschnitten wird. Dieses Bald ist oft dünner und weil es diagonal zugeschnitten wird leicht dehnbar.

Kann man ein Einfassband oder Schrägband selber machen?

Ja, beides kann man selber machen, was ganz toll ist weil man so viel mehr Möglichkeiten hat als das Standard einfarbige Schrägband was man im Geschäft bekommt.

Zuerst muss man sich überlegen wie breit das Band sein soll in genähter Zustand. Dann diese Breite x2 und jeweils 1 cm NZ dazu. Beispiel:
1) ich möchte ein schrägband dass eine NZ von 1 cm einfasst, dann muss es später 1 cm sein. Rechnung: 1×2 + 2×1 = 4 cm
2) ich möchte ein auffälliges größeres Schrägband haben, mit fertige Breite 2,5 cm. Rechung: 2,5×2 + 2×1 = 7 cm.

Wie machen ich das? Und wie verwende ich es richtig?

Bild1
Das lange Stück Stoff wird zuerst zugeschnitten lt. Rechnung hier oben.

 

 

 

 

Bild2

 

Dann links auf links, längs gefaltet und gebügelt.

 

 

 

 

Bild3

 

Dann wird es wieder aufgeklappt und zuerst die eine Seiten Richtung Faltlinie 1 cm (die gerechnete NZ) umgeklappt und gebügelt.

 

 

 

Bild4

 

Dann wird die 2. Seite Richtung Faltlinie gebügelt. Bei einem Schrägband das 1 cm breit wird ist es einfach weil es genau an die Faltlinie gelegt wird. Bei einem anderen Maß muss man messen, messen, messen…

 

 

Bild5

 

Dann wird das Band wieder gefaltet und zwar wie die erste Falte gebügelt wurde.
Und schon ist das ein fertiges Schräg- oder Einfassband.

 

 

 

Einfass- oder Schrägband annähen:

Bild6

 

Um es an zu nähen wird das Band auf eine Seite wieder aufgeschlagen und rechts auf rechts, Kante an Kante auf den Stoff gelegt und gesteckt. Dann wird in die erste Bügelfalte (auf 1 cm NZ) das Einfassband angenäht.

 

 

Bild7

 

Wenn z.B. ein Armloch eingefasst wird, also etwas Rundes, wird zuerst an der kurze Seite 1 cm eingeschlagen. Dann wird auf 1 cm NZ das Einfassband angenäht und das letzte Stück, wo es wieder zusammen kommt, kommt 1 cm drüber und wird in einem Zug mit angenäht.

 

Bild8

 

Dann müssen die Stecknadeln entnommen werden.

 

 

 

 

Bild9

 

Zuerst werden die Enden 1 cm eingeschlagen oder bei einer Rundung, das eine in das andere Ende gelegt und die nicht abgenäht Nahtzugabe wird wieder eingeschlagen.

 

 

Bild10

 

Dann wird die eingeschlagene Kante des Bandes über die Nahtzugabe gelegt. Das heißt, von rechts sieht es schon so aus wie es sollte.

 

 

 

Bild11

 

Von links ist aber alles noch offen bzw. nicht angenäht. Die 2. Nahtzugabe vom Band bleibt eingeschlagen und kommt so rechts auf links auf den Innenseite des Stoffes. (Hier auf dem Bild ist das Futter des Kleidungstückes gleich wie das Band.)

 

 

Bild12

 

Stecken und von rechts im Nahtschatten annähen, dabei wird das Einfassband auf der linke Stoffseite (Innenseite des Nähstücks) mit angenäht und die Nahtzugabe ist schön versäubert.

Was ist ein Paspelband und kann man das auch selber machen?

Ein Paspelband ist ein Band das zur Verschönerung zwischen eine Naht mitangenäht wird und hat eine Verdickung damit es besser sichtbar ist und sich nicht in einer Richtung verschiebt nachdem die Nahtzugabe in eine bestimmte Richtung gebügelt oder angenäht wurde.
Und, Ja, auch ein Paspelband kann man selber machen!

Wie mache ich ein Paspelband und wie nähe ich es richtig an?

Auch Paspelband kann man selber machen. Viele nehmen ein fertiges her, was hier oft wirklich die einfachere Variante ist, aber wenn man es mal anders oder Farbenfroher mag geht es auch selber!

Bild16

 

Dabei wird der Stoff wieder mit oder quer zum Fadenlauf zugeschnitten (also nicht elastisch) in einer breite die man selber möchte. Und man braucht ein dünnes Kordel was eingenäht gehört.

 

 

Das berechnen ist hier ein bisschen schwieriger. Die Breite des Bandes muss 1x den Umfang des Kordels sein und dann 2x 1 cm Nahtzugabe dazu.

Bild17

 

Das Kordel wird mittig, längs auf die linke Seite des Bandes gelegt. Dann wird das Band drüber gefaltet.

 

 

 

Bild18

 

Ganz eng an dem Kordel wird der Stoff gesteckt.

 

 

 

 

Bild20

 

Mittels einen Reißverschlussfußes wird der Kordel eingefasst, aber nicht angenäht.

 

 

 

Bild21

Wenn alles korrekt gemessen wurde ist von dieser Naht bis zur Kante 1 cm. Genau so kann dann das Paspelband rechts auf rechts (Kante an Kante) auf den Stoff gelegt werden.

 

 

 

Bild22

 

Dadrüber kommt das 2. Stück Stoff, wieder rechts auf rechts, Kante auf Kante.
Dabei sieht man vom Band nichts oder fast gar nichts mehr.

 

 

 

Bild23

 

Die Naht wird genäht, genau auf 1 cm, so sollte auch das Paspelband genau richtig angenäht werden, ohne dass man die erste Naht sieht und so dass vom Paspelband nur das Teil mit Kordel drinnen sichtbar ist.

Es wird auch sehr oft gemacht dass ein Einfassband als Paspelband verwendet wird. Das einzige was weniger ideal ist, ist dass hier das Band gerne in eine bestimmte Richtung liegt nachdem die Nahtzugabe gebügelt oder angenäht wurde. Außer man benutzt es genau deswegen weil man im Nähstück eine bestimmte Richtung erzielen will.

 

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