Schnittmuster zusammen kleben, abpausen und Stoff zuschneiden

Weil es immer wieder mal Probleme gibt, weil es immer wieder mal Fragen gibt und vor allem weil es immer wieder Knoten im Kopf, große Fragezeichen und verwunderte Blicke gibt….

… fange ich einfach mal ganz von vorne an.

Man hat ein tolles E-Book mit Anleitung und mit einen Schnittmusterbogen auf A4-Seiten, aber was macht man eigentlich genau damit?!

Als erstes sollte, wenn das noch nicht gemacht worden ist, alles ausgedruckt werden. Dabei immer gut in der Anleitung lesen wie es ausgedruckt werden soll.

BEISPIEL:
„Das Schnittmuster“: Drucke alle Schnittteile aus und beachte dabei, dass der Drucker richtig eingestellt ist: keine Seitenanpassung, 100% Skalierung und Hochformat.
Das Skalierungsquadrat immer nachmessen, es sollte 5×5 cm groß sein.
Der fertig zusammen geklebte Schnittmusterbogen sollte wie das Übersichtsbild aussehen und kann entweder abgepaust oder direkt ausgeschnitten werden.“

Dann liegt da einen großen Haufen Papier rum, aber wie wird das geklebt?
Die meisten E-Books haben einen Übersichtsbild, an Hand davon geht es am Besten. Dazu sind oft die Seiten beschriftet, auch welche Seite an welche Seite gehört.
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Bei meine Schnittmuster sind die Reihen mit Buchstaben (A, B, C, …) und die Zeilen mit Ziffern (1, 2, 3, …) beschriftet. Am besten fangt man an jeweils die Reihen zusammen zu kleben, also alle A’s, dann alle B’s und so weiter.

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Dann kommen jeweils alle Reihen untereinander und fertig ist der Schnittmusterbogen!

Wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat oder einfach weil man es feiner findet, kann man die jeweilige Größe die genäht werden sollte mit einen dicken Stift oder Marker nachgezeichnet werden, inkl. alle Markierungen und Beschriftungen.

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Dann wird ein Papier zum Abpausen drüber gelegt, dabei sollte genug Platz an den Seiten bleiben um später die Nahtzugabe dazu zu zeichnen. Durch das nachzeichnen mit einem dicken Stift sind jetzt die Linien sehr gut sichtbar und werden alle Schnittteile auf dem Papier übernommen, wieder inkl. alle Markierungen und Beschriftungen. Am besten wird auch der Design-Hersteller, der Schnitt, die Größe und das Schnittteil mit Informationen wie „(inkl. NZ)“ übernommen.
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Für das Papier nehme ich am liebsten große Rollen mit Architekten-Zeichenpapier oder Zuschnittpapier was nicht zu dick ist.

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Jetzt werden zu alle Schnittteile die Nahtzugabe dazu gezeichnet, falls sie noch nicht dabei sind. Für Kinderkleidung und Accessoires nehme ich immer 1 cm. Nur die Säume mag ich am liebsten ein bisschen größer, da ich finde dass Hosen und Röcke schöner fallen mit mehr Saumlänge. Da nehme ich 4 cm für einen doppelten Saum. Bei Mäntel ist es sogar mit noch mehr auch sehr schön.

Für Damenkleidung sollte man um es wirklich passend zu bekommen bei alle Nähte die:
* horizontal verlaufen 1 cm genommen werden,
* vertikal verlaufende Nähte bekommen 2 cm und
* Säume (wie oben beschrieben) mindestens 4 cm für einen doppelter Saum.

Achtung! Dort wo ein Schnittteil mit „Stoffbruch“ gekennzeichnet ist wird keine Nahtzugabe (NZ) dazu gezeichnet, aber nur an diese gerade Linie!

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Wenn die Nahtzugaben gezeichnet sind, sind die Schnittteile fertig zum ausschneiden.

Der Stoff sollte zuerst gewaschen, getrocknet und gebügelt werden, so wie später das fertige Kleidungstück gewaschen, getrocknet und gebügelt wird, da sonst eventuell das Kleidungsstück nicht mehr passt.
Webware wie Baumwolle, Leinen, Jeans usw. gehen gerne noch bis zu 10% ein. Deswegen sollte auch vorhin beim kaufen darauf geachtet werden und ist das Waschen, Trocknen und Bügeln sehr wichtig!

Der Stoff wird mit der rechten Seite innen gefaltet (im Bruch), die Stoffkanten liegen aufeinander (das ist auch die Richtung des Fadenlaufs) und jetzt werden die Schnittteile darauf gesteckt.
Da die Nahtzugabe schon inkludiert ist kann man die Schnittteil genau aneinander legen.
Schnittteile die mit „2x Gegengleich“ beschriftet sind werden in doppelter Stofflage zugeschnitten und sind später spiegelverkehrt.
Schnittteile die „im Bruch“ zugeschnitten werden sollten liegen direkt an die Faltlinie des Stoffes. Hier ist keine Nahtzugabe notwendig.

Jetzt können alle Schnittteile ausgeschnitten werden und seid ihr fertig zum nähen.

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Viel Spaß beim Nähen!!

 

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